Boden- und Gewässerschutz nach WHG 2017-05-09T13:42:05+00:00

Boden- und Gewässerschutz nach WHG

Das Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetzt – WHG) hat den Zweck, durch eine nachhaltige Gewässerbewirtschaftung die Gewässer als Bestandteil des Naturhaushalts, als Lebensgrundlage des Menschen, als Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie als nutzbares Gut zu schützen (Kapitel 1, §1 erschienen im WEKA-Verlag).

Zum Schutz des Grundwassers tragen wir durch den Einsatz von Abdichtungssystemen mit Geokunststoffen bei.

Die Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen werden nach dem WHG nach deren Verwendungszweck differenziert. Es wird unterschieden zwischen LAU-Anlagen (Anlagen zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen) und HBV-Anlagen (Anlagen zum Herstellen, Behandeln und Verwenden). Der Betreiber von Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen ist nach dem WHG dazu verpflichtet, zum Einbau, Aufstellen, Instandhalten, Instandsetzen und Reinigen einen Fachbetrieb gem. § 19 zu beauftragen, soweit er selbst nicht die Voraussetzungen hierfür erfüllt. Weiterhin ist die Dichtigkeit und die Funktionsfähigkeit der Sicherheitseinrichtungen ständig zu überwachen. Die Anforderungen an die Anlagen sind in der „Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und über Fachbetriebe“ (Anlagenverordnung-VAwS) sowie den „Technischen Regeln für wassergefährdende Stoffe“ (TRwS) gesetzlich geregelt.

Um als Fachbetrieb nach WHG arbeiten zu dürfen, besteht ein Überwachungsvertrag zwischen unserem Unternehmen mit dem TÜV Nord.

Maßnahmen zum Grundwasserschutz sind erforderlich insbesondere bei Chemikalienlagern, Tankstellen, Auffangwannen, Hallendichtungen, Flüssigkeitslagern, Containerflächen, Abfüll- und Umschlagflächen, aber auch bei Behältern, die im Bereich von HBV-Anlagen eingesetzt werden.

Für Abdichtungen nach dem WHG werden mindestens 2,0 mm dicke vom DIBt (Deutschen Institut für Bautechnik) zugelassene PEHD-Kunststoffdichtungsbahnen eingesetzt. Besonders hervorzuheben ist hier die langfristige chemische Beständigkeit des Materials, entsprechend der in der Zulassung vorgegebenen Mediengruppen. Die Verschweißung der Dichtungsbahnen erfolgt nach den DVS-Richtlinien im Heizkeil- oder Extrusionsschweißverfahren. Die Dichtheit der Schweißnähte wird im Rahmen der Eigenüberwachung geprüft und protokolliert. Anbindungen an Betonbauwerken werden flüssigkeitsdicht oder nicht flüssigkeitsdicht mittels Edelstahlschienen gemäß der Zulassung fachgerecht ausgeführt.

Einlagige Systeme mit PEHD-Kunststoffdichtungsbahnen können permanent oder in festgelegten Zeiträumen überwacht werden. Zum einen kann die Überwachung mittels eines Prüfrohrsystems, das unterhalb der Kunststoffdichtungsbahn verlegt wird, erfolgen. Über eine Ab- und Ansaugeinrichtung erfolgt eine Bodenluftuntersuchung, bei der eine eventuell vorhandene Schadstoffkonzentration unterhalb der Kunststoffdichtungsbahn gemessen wird. Über die Messdauer können mögliche Schadstellen lokalisiert werden. Die Beprobung erfolgt jährlich durch einen vom Anlagenbetreiber zu beauftragenden Sachverständigen nach WHG.

Über Widerstandsmessungen mittels Elektroden unterhalb und oberhalb der Kunststoffdichtungsbahn kann eine permanente Überprüfung der Anlage/Abdichtung erfolgen. Sobald eine Schadstelle einen Flüssigkeitsdurchfluss durch die Kunststoffdichtungsbahn zuließe, würde dies durch eine Veränderung des Widerstandes zwischen den Elektrodenlagen deutlich.

Eine permanente Überwachung oder Überwachung in festgelegten Intervallen kann ebenfalls bei einem zweilagigen System, bestehend aus zwei Kunststoffdichtungsbahnen und einem dazwischenliegenden Drängitter (als Prüfraum erhaltende Zwischenlage) erfolgen. Wie bei der vorgenannten einlagigen Abdichtung kann auch hier mittels Vakuumprüfung oder nach dem elektroresistiven Prinzip geprüft werden. Der Überwachungsbereich wird bei einem Vakuumsystem mittels Auftragsschweißnähten in einzelne Prüfbereiche geteilt, um mögliche Schadstellen sehr eng eingrenzen zu können und eine eventeulle Ausbreitung von Schadstoffen zu verhindern. Für eine permanente Überwachung können Leckanzeiger mit Alarmgebung installiert werden. Wiederkehrende Prüfungen bieten wir Ihnen in Form von Wartungsverträgen an.

Je nach Untergrund und Überbau der Dichtfläche (Beton, Pflaster, o.ä.) werden zum Schutz der Dichtungsbahn geotextile Schutzlagen verlegt.

Durch uns erstellte Dichtungssysteme mit Kunststoffdichtungsbahnen stellen ein wirtschaftliches und sicheres Grundwasserschutzsystem dar. Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne.

Schweißnahtprüfung mit Vakuumprüfglocke

Handextrusionsschweißung

Tankstellenfundament mit Schutzlage